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Interview Markus Meel

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Markus, fangen wir mit dem verrücktesten Moment der bisherigen Saison an: Du bist in Reichenkirchen als Feldspieler ins Tor gegangen und hast in der 102. Spielminute noch den Ausgleich erzielt. Wie hast du diese Situation erlebt?

Es ging natürlich alles sehr schnell. Wirklich präsent ist mir die Szene vor allem dank unserer überragenden A-Jugendlichen, die das Ganze ausgerechnet gefilmt haben. Ich rechne Paul hoch an, dass er den Ball in dieser Situation nochmal zurückspielt. Nach der Annahme hatte ich irgendwie ein gutes Gefühl beim Abschluss, auch wenn natürlich die Gefahr bestand, dass der Ball über den Fangzaun fliegt. Ich habe dann aber ziemlich schnell gemerkt, dass er gut kommt – und kurz darauf hatte ich schon ein paar Mitspieler und den Helle auf dem Rücken, soweit ich weiß.

 
Nimm uns kurz mit in diese Szene gegen die SG Reichenkirchen – wie kam es dazu und was ging dir in diesem Moment durch den Kopf?

Wir hatten zuvor gefühlt 20 erfolglose Eckbälle und waren trotz Unterzahl schon sehr am Drücker. Als klar war, dass der Freistoß von der Seite wohl die letzte Aktion des Spiels sein würde, bin ich zumindest bis zur Mittellinie vorgerückt. Je länger der Ball dann durch den Sechzehner geflogen ist, desto mehr hat es mich in den Füßen gekitzelt und ich bin weiter nach vorne gegangen. Dass der Ball am Ende tatsächlich nochmal in meine Richtung kommt und das auf meine alten Tage dann auch noch so klappt, hat mich natürlich gefreut. Der Punkt hat uns – gerade auch fürs Gefühl nach diesem umkämpften Spiel – richtig gut getan.

 
Wie sehr zeigt genau so ein Moment den Charakter der zweiten Mannschaft?

Dass wir trotz Rückstand, langer Unterzahl und dem Schreckmoment durch Louis’ Verletzung bis zum Ende drangeblieben sind, war schon bemerkenswert. Da wir uns in vielen Spielen schwer tun, Tore zu erzielen, musste es diesmal eben auf etwas ungewöhnliche Art passieren. Dass dieser Charakter und die Geduld in zähen Spielen wichtig sein können, hat die Mannschaft zuletzt auch in Eitting wieder gezeigt, als wir spät den Dreier klargemacht haben.

 

Insgesamt spielt ihr eine richtig starke Saison. Wie zufrieden bist du mit eurer Entwicklung als Team?

Vor allem die defensive Stabilität ist natürlich herausragend und die Basis für unsere erfolgreiche Saison. Offensiv haben wir sicherlich noch Potenzial, um regelmäßiger zu Großchancen und Toren zu kommen. Besonders hervorzuheben ist aber, dass die Mannschaft – bis auf wenige Phasen – über die gesamte Saison hinweg inklusive Trainingslager sehr diszipliniert gearbeitet hat. Als Gemeinschaft funktioniert das Team mit dem Trainerstab hervorragend, wodurch wir insgesamt deutlich stabiler auftreten als noch in der Vorsaison.

 

Ihr seid im Kampf um die Meisterschaft dabei – wie blickst du auf die restliche Saison?

Es wird weiterhin extrem wichtig sein, dass wir uns auf unsere eigenen Spiele konzentrieren – unabhängig vom Gegner oder dessen Tabellenplatz. Trotz einiger ärgerlicher Punktverluste haben wir weiterhin alles in der eigenen Hand. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass wir uns jeden Sieg hart erarbeiten müssen, um den ersten Platz bis zum Saisonende zu verteidigen. Dass das unser Anspruch ist, versteht sich bei der aktuellen Ausgangslage von selbst.

 

Was macht den FC Langengeisling für dich persönlich aus?

Für mich ist beim FCL nach wie vor beeindruckend und keineswegs selbstverständlich, wie offen ich – aber auch alle anderen Spieler – im Verein und in den Mannschaften aufgenommen wurden. Nach zehn Jahren ohne aktiven Fußball und mit großem Fokus auf die Arbeit bedeutet mir die Teilnahme am aktiven Vereinsleben heute sehr viel und ist eine willkommene Abwechslung.

 

Gibt es einen Moment im Verein, der dir besonders im Kopf geblieben ist – abgesehen von deinem Torwart-Einsatz?

Spontan fällt mir das Auswärtsspiel der ersten Mannschaft in Saaldorf in der vergangenen Saison ein. Rückblickend hat dieses Spiel vieles vereint, was das Vereinsleben beim FCL auszeichnet: die gemeinsame Busfahrt von Spielern und Fans, eine starke kämpferische Leistung und das späte Siegtor durch einen jungen Spieler, dem in diesem schweren Auswärtsspiel das Vertrauen geschenkt wurde.

 

Wer ist dein Lieblingsverein im Profifußball?

Europa-League-Sieger SC Freiburg.

 
Und wer ist dein Lieblingsspieler, an dem du dich vielleicht orientiert hast?

Jan Kern – an ihm orientiere ich mich heute noch. 😊

 

Was ist dein persönliches Ziel für die nächsten Monate mit der zweiten Mannschaft?

Natürlich hat es jetzt absolute Priorität, die letzten fünf Spiele erfolgreich zu gestalten, damit sich die Mannschaft für die bisherige Saison belohnt. Dabei warten noch einige Gegner auf uns, die das sehr gerne verhindern würden.

 

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