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Jahreshauptversammlung 2023

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FC Langengeisling: Wirtewechsel im Sommer: Drei Kandidaten für das Vereinsheim – Mitglieder beschließen Beitragserhöhung – Schwach besuchte Versammlung

Langengeisling – Klaus Eicher warb schon mal fürs Auftaktspiel in der Südliga am 6. Mai. Noch gebe es Karten für den „Centre Court“, verriet der Tennischef des FC Langengeisling. „Da sind wir euch schon einen Schritt voraus“, konterte Robert Thalmeier, „denn unsere vier Vorstellungen sind restlos ausverkauft“. Wie berichtet, wird die Theaterabteilung ab Donnerstag im Vereinsheim auftreten.

Nicht gut besucht war dort dagegen am Freitagabend die Jahreshauptversammlung. Nur 56 der insgesamt 845 Mitglieder waren gekommen – „so wenig wie noch nie, seit ich Vorsitzender bin“, wie Kaiser bemerkte. Er begründete dies zum einen mit den zeitgleich stattfindenden Fußballspielen der Frauen und der Herren 2. „Und man sagt ja, dass ein schlechter Besuch ein Beleg dafür ist, dass man mit der Arbeit des Vorstands zufrieden ist.“

Es läuft ja auch gut – das lassen zumindest die Berichte der Abteilungen und sportlichen Leiter vermuten. Alice Fechter etwa durfte berichten, dass mit den Frauen erst zum zweiten Mal überhaupt in der 123-jährigen Vereinshistorie ein Fußballteam des FCL zur Sportlerehrung der Stadt eingeladen wurden. Ernst Stenzel gab zu, dass selbst er überrascht war, welch gute Rolle die Herren 2 in der A-Klasse spielen und um den Aufstieg kämpfen. Zudem gibt er sich zuversichtlich, dass die Erste ihr Verletzungspech überwunden hat und durch einen erfolgreichen Start schon bald der Klassenerhalt in der Bezirksliga gesichert sei. „Wir sehen noch viel Potenzial in der Mannschaft“, so Stenzel.

Aber auch in Langengeisling ist nicht nur eitel Sonnenschein. Die Auseinandersetzungen vor Gericht mit dem Vereinsheimwirt waren stadtweit ein Thema. Nun gab Kaiser bekannt, dass der Vertrag der Pächter zum 30. Juni dieses Jahres endet. Um die Nachfolge würden gerade Verhandlungen mit drei Bewerbern geführt.

Neben höflichen Grußworten hatte zudem OB Max Gotz ein paar ernste Worte dabei. Die Stadtverwaltung werde nicht zusehen werde, wenn außerhalb des Gastrobereichs nicht legitimierte Veranstaltungen durchgeführt würden. FCL-Mitglieder wiederum kritisierten die Abholzung der Bäume im Bereich der Stockschützen- und Tennisanlage. Das sei zum einen eine Stadtangelegenheit und zum anderen alternativlos, weil das Wurzelwerk die für den Schulsport nötige Lauffläche bereits stark beschädigt habe, erklärte Kaiser, der zudem die Mitglieder auf personelle Veränderungen nach den Neuwahlen im kommenden Jahr vorbereitete. So werde zum Beispiel Kassier Richard Graf im Jahr 2024 sein Amt abgeben. Sein Finanzbericht für 2022 war also sein vorletzter, und der wies ein Minus von 13 000 Euro aus, weil den Einnahmen in Höhe von 297 000 im vergangenen Jahr Ausgaben in Höhe von 310 000 (inklusive Abschreibungen) entgegenstanden. „Allerdings haben wir auch Schulden in Höhe von 36 000 Euro getilgt“, erklärte Graf. Drei Jahre nach dem Bau des neuen Vereinsheims liege der Schuldenstand inzwischen nur noch bei 755 000 Euro; zudem verfüge der FCL über ein Guthaben in Höhe von 57 000 Euro.

Um die Finanzlage noch zu verbessern, regte der Vorstand eine Erhöhung der Beiträge an – „die erste seit 2016“, sagte Kaiser. Einstimmig beschlossen die Mitglieder eine Erhöhung des Jahresbeitrags um zwölf Euro. Auch der Spartenbeitrag der Fußballer wird um zwölf Euro angehoben.​

Die künftigen Grundbeiträge

  • Erwachsene 72 Euro
  • Erwachsene ab 40 Jahre Mitgliedschaft 48 Euro 
  • Kinder bis 6 Jahre 36 Eur
  • Kinder 7 bis 10 Jahre 48 Eur
  • Kinder 11 bis 17 Jahre 60 Eur
  • Familienbeitrag 1 (alle Grundbeiträge) 143 Euro
  • Familienbeitrag 2 (alle Grundbeiträge + Abteilungsbeiträge )269 Eur => bleibt gleich

Sabine Ziegler hatte bei ihrem Debüt ein Geschenk dabei. Die neue stellvertretende BLSV-Kreisvorsitzende überreichte dem FC Langengeisling eine Urkunde und einen Scheck über 200 Euro. Es war das Geschenk des Bayerischen Landessportverbands zum 100. Geburtstag des Vereins. Der war zwar schon im Jahr 2020, aber aufgrund der Pandemien waren bekanntlich alle Veranstaltungen abgesagt worden.  

Ziegler lobte den FCL „für seine einzigartige Entwicklung, nicht nur was den Fußball anbelangt, sondern dass der Vereinfür Innovationen immer ein offenes Ohr hat“. Das Vereinsheim und der gesamte Sportpark seien der beste Beweis dafür, „was möglich ist, wenn man zusammenhält und zusammenarbeitet“.

Auf die Willkommenskultur des Vereins setzt auch OB Max Gotz. „Nirgends in Erding wird derzeit so viel gebaut wie hier.“ 450 Neubürger würde Langengeisling in den nächsten zwei Jahren dazubekommen. „Der Sport hat eine integrative Kraft.“ Umso wichtiger sei es, den Neubürgern ein entsprechendes Angebot zu machen.

Beim FCL ist seit wenigen Tagen ein weitere Sparte hinzubekommen. Vorsitzender Sepp Kaiser verkündete, dass durch die Initiative von Ex-Fußballer Sebastian Schimschaleine Radsportabteilung gegründet wurde. 17 Männer und Frauen seien schon beigetreten. Auf den Punktspielstart freut sich schon die 100 Mitglieder starke Tennisabteilung. Die Herren30, die zusammen mit der SpVgg Altenerding ein Team ist, spielt als Aufsteiger in der Landesliga. „Die Damen 50 sind in der Landesliga 2 unser Aushängeschild“, schwärmt Abteilungsleiter Klaus Eicher. Der selbst mit den Herren 50 in der Südliga 1 vertreten ist.  Die wichtigste Aktion außerhalb des Platzes: „Wir wollen unsere Plastik- gegen Holzbänke austauschen.“ Für die 320 Euro teuren Stücke suche man noch Sponsoren.

Finanziell könnte auch der Förderverein den FCL auf noch solidere Füße stellen. Das ist zumindest die Hoffnung von FCL-Chef Kaiser, der sich über den Elan der neuen Abteilungsführung freut. „Alex Strecker und seine Leute haben sich einiges vorgenommen“, so Kaiser, der auch glücklich war, dass die Mitglieder die Beitragserhöhung um zwölf Euro einstimmig beschlossen (wir berichteten). „Wir würden gern unseren Nachfolgern eine gute Kasse hinterlassen“, sagte Kaiser und deute damit an, dass es bei der Jahreshauptversammlung im kommenden Jahr einige Veränderungen geben werde. Eine Lanze brach der Vorsitzende für die Stadt: „Wo Unterstützung möglich ist, kriege wir sie auch.“ So werde das Flutlicht mit LED-Lampen ausgerüstet. Das kostet uns außer einem Werbebanner nichts.“ Und auch die eigenen fleißigen Mitglieder vergaß Kaiser nicht. Zum einen die Montagssenioren, die die Sportanlage in Schuss halten, aber auch die Fußballer und Fußballerinnen bei ihren Arbeitseinsätzen und die Familie Dornauer, die – wie am vergangenen Freitag – notfalls um fünf Uhr morgens die Plätze aufstreut.

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